KI-Sichtbarkeit

Von ChatGPT & Co. empfohlen werden: 7 Schritte für Handwerksbetriebe

„Welcher Dachdecker in Kiel ist gut?“ Diese Frage stellen Kunden nicht mehr nur Google, sondern auch ChatGPT, Gemini oder Claude. Wer dort nicht auftaucht, wird gar nicht erst angerufen.

Carl Sörensen Veröffentlicht: 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

KI-Assistenten wie ChatGPT, Gemini und Claude empfehlen Betriebe, die sie im Web finden und eindeutig zuordnen können. Dafür müssen die Such-Crawler der KI-Anbieter Ihre Website lesen dürfen, Ihre Firmendaten müssen überall gleich sein, und Ihre Seite sollte typische Kundenfragen klar beantworten: welche Leistung, in welchem Ort, zu welchen Bedingungen. Ob Ihr Betrieb schon genannt wird, prüfen Sie am einfachsten, indem Sie die KI selbst fragen oder einen Check wie Nennio nutzen.

Inhalt
  1. Wie KI-Assistenten Handwerksbetriebe finden
  2. Die unsichtbare Sperre: Prüfen Sie Ihre Website
  3. 7 Schritte, damit Ihr Betrieb genannt wird
  4. Was Sie nicht tun sollten
  5. Häufige Fragen

Die Suche nach einem Handwerker verändert sich. Statt zehn blauer Links bekommt der Kunde von ChatGPT, Gemini oder Claude eine fertige Antwort mit zwei, drei Namen. Wer dort steht, bekommt den Anruf. Wer nicht dort steht, existiert für diesen Kunden nicht. Das Marktforschungsunternehmen Gartner hatte schon 2024 vorhergesagt, dass das klassische Suchvolumen bis 2026 um ein Viertel sinkt, weil Menschen stattdessen KI-Assistenten fragen. Ob es genau so kommt, ist offen. Die Richtung ist klar.

Wie KI-Assistenten Handwerksbetriebe finden

Ein KI-Assistent „kennt“ Ihren Betrieb auf zwei Wegen:

  • Aus der Live-Suche: Bei Fragen wie „Dachdecker in Kiel“ durchsuchen ChatGPT, Gemini und Claude das Web, lesen passende Seiten und nennen sie als Quelle. Das ist der wichtigste Weg für lokale Betriebe, weil er aktuell ist.
  • Aus dem Training: Was zum Zeitpunkt des Trainings im Web stand, steckt teilweise im Modell selbst. Für kleine Betriebe spielt das meist eine geringere Rolle.

Für die Live-Suche haben die Anbieter eigene Crawler, also Programme, die Websites lesen:

AnbieterFür Suche und QuellenFür Training
OpenAI (ChatGPT)OAI-SearchBot, ChatGPT-UserGPTBot
Anthropic (Claude)Claude-SearchBot, Claude-UserClaudeBot
Google (Gemini, KI-Übersichten)Googlebot (normaler Suchindex)Steuerung über „Google-Extended“

OpenAI schreibt dazu ausdrücklich: Seiten, die den OAI-SearchBot aussperren, werden in den Suchantworten von ChatGPT nicht gezeigt. Und bei Google laufen die KI-Übersichten über den normalen Suchindex. Wer bei Google nicht gefunden wird, taucht auch dort kaum auf.

Die unsichtbare Sperre: Prüfen Sie Ihre Website

Viele Betriebe sperren KI-Crawler aus, ohne es zu wissen. Häufige Ursachen:

  • Sicherheits- und CDN-Einstellungen: Dienste wie Cloudflare bieten Schalter, die KI-Crawler blockieren, und bei manchen Konten sind sie standardmäßig aktiv. Bei meiner eigenen Seite habe ich im Oktober 2026 festgestellt, dass die Trainings-Crawler von OpenAI und Anthropic geblockt wurden, die Such-Crawler aber durchkamen. Das war nicht schlimm, ich hatte es aber nie bewusst entschieden.
  • robots.txt: Eine Datei auf Ihrer Website, die Crawlern sagt, was sie lesen dürfen. Manche Baukästen oder Plugins tragen dort pauschale Sperren ein.
  • Website-Baukästen mit Inhalten nur in Bildern oder Skripten: Wenn Ihre Leistungen nur in einem Bild oder einem PDF stehen, kann sie kaum ein Crawler sinnvoll lesen.

Schnelltest: Rufen Sie ihre-domain.de/robots.txt im Browser auf. Steht dort bei „User-agent: *“ ein „Disallow: /“, ist Ihre Seite für alle Crawler gesperrt. Dann sollte sich Ihr Webdesigner das sofort ansehen.

7 Schritte, damit Ihr Betrieb genannt wird

1. Erst messen: Wird Ihr Betrieb schon genannt?

Fragen Sie ChatGPT, Gemini und Claude so, wie Ihre Kunden fragen. Nutzen Sie dafür ein privates Fenster ohne Anmeldung, sonst spielen Ihre früheren Gespräche mit hinein.

Testfragen für KI-Assistenten
Welcher [Gewerk, z. B. Dachdecker] in [Ort] ist zuverlässig?
Ich brauche in [Ort] jemanden für [Leistung, z. B. Badsanierung]. Wen kannst du empfehlen?
[Gewerk] Notdienst [Ort] am Wochenende
Wer macht in [Region] [Spezialleistung, z. B. Reetdach-Reparaturen]?
Was hältst du von [Ihr Betrieb] in [Ort]?

Notieren Sie, wer genannt wird und welche Quellen die KI angibt. Das zeigt Ihnen, wo Ihre Mitbewerber gefunden werden.

2. Such-Crawler nicht aussperren

Prüfen Sie Ihre robots.txt und, falls Sie Cloudflare oder einen ähnlichen Dienst nutzen, die Einstellungen für Bots. Die Such-Crawler (OAI-SearchBot, Claude-SearchBot, Googlebot, Bingbot) sollten Ihre Seite lesen dürfen. Ob Sie zusätzlich Trainings-Crawler zulassen, können Sie getrennt entscheiden.

3. Firmendaten überall gleich halten

Name, Adresse, Telefonnummer und Leistungen sollten auf Ihrer Website, im Google-Unternehmensprofil, bei der Handwerkskammer, in Branchenverzeichnissen und auf Social Media identisch sein. Für eine KI ist „Hansen Bedachungen GmbH“ in Kiel-Gaarden mit einer anderen Nummer als „Dachdecker Hansen“ in Kiel nicht sicher derselbe Betrieb.

4. Google-Unternehmensprofil vollständig pflegen

Kategorie, Leistungen, Einsatzgebiet, Öffnungszeiten, Fotos, und vor allem: Bewertungen. Gemini und die KI-Übersichten in der Google-Suche greifen auf Googles Daten zurück, und bei lokalen Fragen sind Bewertungen ein starkes Signal. Bitten Sie zufriedene Kunden nach jedem Auftrag aktiv um eine Bewertung.

5. Auf Ihrer Website die Fragen der Kunden beantworten

KI-Assistenten zitieren Seiten, die eine Frage klar und direkt beantworten. Eine Leistungsseite sollte deshalb in normalen Sätzen sagen: was Sie machen, wo (Orte und Stadtteile), für wen, wie schnell, und was es ungefähr kostet oder wovon der Preis abhängt. Ein kurzer Absatz mit häufigen Fragen hilft zusätzlich. Versteckte Texte, Bilder mit Schrift und reine PDF-Preislisten helfen nicht.

6. An anderen Orten erwähnt werden

KI-Assistenten vertrauen Betrieben mehr, über die auch andere schreiben: die Innung, die Lokalzeitung, ein Bauträger, mit dem Sie arbeiten, ein Verzeichnis der Handwerkskammer. Jede seriöse Erwähnung mit Ihrem Namen und Ort ist ein Baustein. Gekaufte Links oder gefälschte Bewertungen schaden dagegen.

7. Schnell auf die Anfragen reagieren, die dann kommen

Der beste KI-Platz nützt nichts, wenn der Kunde danach niemanden erreicht. Wer über eine KI-Empfehlung kommt, ruft meist sofort an oder schreibt eine Mail, und wenn keiner rangeht, fragt er die KI nach dem Nächsten. Wie Sie das lösen, steht in Verpasste Anrufe im Handwerk und Kundenanfragen beantworten.

Was Sie nicht tun sollten

  • Massenhaft KI-Texte veröffentlichen: Hunderte dünne Seiten wie „Dachdecker Kiel-Wik“, „Dachdecker Kiel-Holtenau“ mit fast gleichem Text helfen weder bei Google noch bei KI-Assistenten.
  • Versteckte Anweisungen an KIs in den Seitentext schreiben: Das gilt als Manipulation und kann Ihnen schaden.
  • Auf Wundermittel hoffen: Niemand kann eine Nennung in ChatGPT garantieren. Wer das verspricht, verkauft Luft.

Häufige Fragen

Wie finde ich heraus, ob ChatGPT meinen Betrieb empfiehlt?

Fragen Sie ChatGPT, Gemini und Claude so, wie ein Kunde fragen würde, zum Beispiel „Welcher Elektriker in Kiel ist zuverlässig?“, am besten in einem Fenster ohne Anmeldung, damit frühere Gespräche nicht mitspielen. Notieren Sie, wer genannt wird. Systematischer geht es mit einem Werkzeug wie Nennio, das viele solcher Fragen stellt und das Ergebnis als Wert zusammenfasst.

Muss ich KI-Crawler auf meiner Website erlauben?

Für die Suche ja: Wer zum Beispiel den OAI-SearchBot von OpenAI aussperrt, wird laut OpenAI nicht in den Suchantworten von ChatGPT gezeigt. Davon zu unterscheiden sind Trainings-Crawler wie GPTBot oder ClaudeBot. Ob Sie die zulassen, ist eine eigene Entscheidung und beeinflusst die Suchergebnisse nach Angaben der Anbieter nicht direkt.

Hilft ein Google-Unternehmensprofil auch bei KI-Antworten?

Sehr wahrscheinlich. Google nutzt für KI-Übersichten in der Suche seinen normalen Suchindex, und bei Fragen nach Betrieben in einem Ort spielen Unternehmensdaten und Bewertungen eine große Rolle. Ein vollständiges, aktuelles Profil ist ohnehin Pflicht.

Was ist GEO?

GEO steht für Generative Engine Optimization, also die Optimierung dafür, in Antworten von KI-Assistenten genannt zu werden. Es ergänzt klassisches SEO, ersetzt es aber nicht: Vieles, was bei Google hilft, hilft auch hier.

Quellen

  1. OpenAI: Overview of OpenAI Crawlers (OAI-SearchBot, GPTBot, ChatGPT-User) – developers.openai.com
  2. Anthropic: Crawlt Anthropic Daten aus dem Web? (ClaudeBot, Claude-SearchBot, Claude-User) – support.claude.com
  3. Google Search Central: Übersicht über Google-Crawler und Produkt-Tokens (u. a. Google-Extended) – developers.google.com
  4. Gartner (19.02.2024): Prognose, dass das Suchvolumen bis 2026 um 25 % sinkt – gartner.com
  5. Nennio: So messen wir die KI-Sichtbarkeit – nennio.de